Nachruf OA Dr. Johann Mair
Hans Mair wurde am 06.02.1948 als Sohn von Johann Mair und Aloisia Weigl geboren und wuchs in Gramastetten auf.
Bereits früh war sein Leben durch Schicksalsschläge geprägt: mit 13 Monaten verlor er seine Mutter, mit 17 durch einen tragischen Unfall seinen Vater. Aufgrund der familiären Umstände kam er mit 11 Jahren ins Internat des Missions-Gymnasium St. Rupert in Bischofshofen, wo er auch 1967 maturierte.1968 begann er sein Medizinstudium an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck, wo er am 10. April 1976 promovierte.
Unmittelbar darauf, am 3. Mai 1976, begann Dr. Mair seine Turnusausbildung am Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern (BHS) in Linz. 1977 wurde ihm eine Facharzt-Ausbildungsstelle für Radiologie am renommierten Institut der BHS bei Herrn Prim. Dr. Walter Dobretsberger, einem Pionier der Mammographie, angeboten. Dr. Mair schloss die Facharztausbildung 1982 unter Herrn Prim. Dr. Josef Jörg ab.
Bereits im selben Jahr wurde er zum stellvertretenden Abteilungsleiter und 1985 erfolgte die offizielle Ernennung zum Oberarzt.
Schon während der Facharztausbildung machte Dr. Mair Ende der 1970er Jahre erste Erfahrungen mir diagnostischen Angiographien, denen in den 1980er Jahren die ersten Interventionellen Eingriffe folgten. In diese Zeit fällt auch die Einführung der digitalen Subtraktionsangiographie im KH der BHS Linz als einer der ersten Institutionen in Österreich.
Aufgrund der medizinischen Schwerpunkte waren die ersten Interventionen PTAs und PTCDs. Sehr früh wurde das Interesse von Dr. Mair für endoluminale Eingriffe im Bereich des oberen und unteren Gastro-Intestinal-Traktes geweckt und er war der erste interventionelle Radiologe in Österreich, der Stents sowohl im Ösophagus als auch im gesamten Colon eingesetzt hat. In seiner beruflichen Laufbahn sollten es insgesamt ca. 600 GI-Stents werden, die er vor allem Tumorpatienten implantiert hat, eine Zahl, die auch europaweit seinesgleichen sucht.
Durch seine ausgewiesene Expertise war er auch seitens der Produkthersteller als Kooperationspartner in der Weiterentwicklung dieser Produkte tätig.
Ab 1985 absolvierte Dr. Mair zahlreiche Ausbildungen und Kurse im In- und Ausland, wobei vor allem das AKH-Wien, die Aggertal-Klinik, Nancy, Indianapolis, Straßburg, Brüssel, Bonheiden und Hamburg zu erwähnen sind.
Besonders ausgeprägt war auch sein Interesse an Embolisationen. Ab 2004 war er ständiger Teilnehmer beim Embolisations-Workshop, ab 2007 war er zudem Referent bei der internationalen Veranstaltung bis zum Ende seiner beruflichen Tätigkeit.
Weitere Interessens- und Exzellenzbereiche waren die Vertebroplastie und vaskuläre Eingriffe, wo er es auf knapp 4.000 Interventionen brachte.
Neben seiner klinischen Arbeit galt früh ein Fokus der Lehrtätigkeit, der er ab 1980 in der Krankenpflegeschule, ab 2003 im Vinzentinum und ab 2005 am BFI nachkam. Zudem war er eingeladener Vortragender auf nationalen und internationalen Kongressen mit den Schwerpunktthemen GI-Stents und Embolisation.
Zusätzlich absolvierte Dr. Mair unterschiedliche Management-Ausbildungsprogramme, u.a. einen berufsbegleitenden Universitätslehrgang in Salzburg.
Seine Funktion als engagierter, loyaler und ausgleichender Stellvertreter umfasste drei Abteilungsleiter, von 1982 bis zum Ende seiner beruflichen Laufbahn 2012. Anfang 2007 wurde er zudem für 3 Monate zum interimistischen Abteilungsleiter bestellt.
Aufgrund seiner Interessen und seines Engagements war Dr. Mair Mitglied in diversen nationalen und internationalen Fachgesellschaften: CIRSE, ESR, Öster. Ges. für Angiologie, ÖGIR, ÖRG, u.a.
Privat war der Familienmensch Hans Mair sehr umtriebig. Am 16. Mai 1987 heiratete er seine Frau Josefine, bereits im Jahr 1986 kamen seine Tochter Barbara, 1989 sein Sohn Simon zur Welt. Neben den vielen Reisen mit seiner Frau Fini war er ein begeisterter Sportler. Sein Talent als Fußballer bewies er unter anderem in einer Ärztemannschaft, nach seiner Pensionierung begann er mit dem Golfsport.
Seine wahre Passion galt einem Musikinstrument, dem Saxophon. Er trat auch bei verschiedenen Veranstaltungen, u.a. mit der Band „Gallnblasn“ auf.
Daneben pflegte er seit seiner Internatszeit leidenschaftliche Tarockabende.
Die letzten Jahre waren geprägt von einer schweren, für ihn sehr belastenden und massiv einschränkenden Erkrankung.
Herr Dr. Mair verstarb am 22. Jänner 2026, wenige Tage vor seinem 78. Geburtstag. Das Erlebnis der Geburt seines ersten Enkelkindes im Frühjahr diesen Jahres war ihm nicht vergönnt. Er hinterlässt seine Frau Fini und seine Kinder Barbara und Simon mit ihren Partnerinnen. Ihnen gebührt unser aufrichtiges Mitgefühl.
Persönlich habe ich Hans Mair über viele Jahrzehnte als wissbegierigen, interessierten und innovativen Interventionalisten kennengelernt. In meiner Zeit als Abteilungsleiter in Linz bei den BHS habe ich ihn als loyalen, geachteten und ausgleichenden Mitarbeiter geschätzt.
Die Österreichische Gesellschaft für Interventionelle Radiologie und minimal-invasive Therapie wird Herrn OA Dr. Johann Mair als prägendes Mitglied stets in ehrendem Gedenken behalten.
Für die ÖGIR,
Priv. Doz. Dr. Peter Waldenberger, EBIR




